Wieso immer flüssig? Shampoo gibt es auch in fest!

Die meisten sind es gewohnt ihre Haare mit flüssigem Shampoo aus der Flasche zu waschen. Doch das war nicht immer so. Wenn wir unsere Groß- oder Urgroßeltern fragen, wie sie sich früher die Haare gewaschen haben, werden wir (vielleicht) erstaunt feststellen, dass man damals sowohl den Körper als auch die Haare einfach eingeseift hat. Samstags war der Badetag, an dem die ganze Familie nacheinander in die Wanne stieg...


Da das Wasser noch mit Holz oder Kohle im Badeofen erhitzt wurde und man kurz nach dem Krieg sparen musste wurde natürlich das einmal erwärmte Wasser von allen Familienmitgliedern genutzt. Wir können froh sein, dass es heute fließendes heißes Wasser gibt und wir uns für jedes Bad frisches Wasser leisten können. Was wir uns aber noch einmal ansehen möchten ist die Art und Weise, wie die Haare damals gewaschen wurden. Man nahm sich ein Stück Seife und schäumte damit die Haare ein. Geht das immer noch? Selbstverständlich – mit festem Shampoo!

 

 

 

Wer es ausprobiert wird feststellen, das funktioniert wunderbar! Man sollte jedoch darauf achten das Shampooseifenstück in einer Seifenschale mit Abtropfsieb oder in einem Seifensäckchen aufzubewahren, damit die Seife nach Gebrauch gut trocknen kann. So hält sie sich deutlich länger und wird nicht weich, was die Handhabung erschweren würde.

 

 

Welche Vorteile hat festes Shampoo?

 

Der Verbrauch ist bei richtiger Aufbewahrung geringer als bei flüssigem Shampoo und natürlich sparen Sie eine Menge an unnötigem Plastikmüll.

 

Was bringt es zusätzlich wenn ich meine Shampooseife selber siede?

 

Bei selber hergestellter Seife bestimme ich welche Inhaltsstoffe ich verwende.

Angesichts der Tatsache, dass es inzwischen über 10.000 (!) verschiedene Substanzen gibt, die in Kosmetika enthalten sein können, achten immer mehr Verbraucher darauf, welche Stoffe sie an ihre Haut und Kopfhaut lassen. Denn gerade die Inhaltsstoffe von handelsüblichen Shampoos sind nicht immer unbedenklich. Silikonverbindungen etwa, die noch immer in vielen handelsüblichen Shampoos enthalten sind, bilden auf der Kopfhaut einen undurchlässigen Film, der die Hautbarriere schwächen und die Atmung der Haut über Wochen behindern kann. Verschiedenste Mineralölderivate, die in Seife, Kosmetika und Shampoos verwendet werden, trocknen die (Kopf)-Haut aus und können Allergien auslösen. All diese Risiken vermeide ich, wenn ich mein festes Shampoo selber herstelle.

 

 

Es gibt inzwischen aber auch ein breites Angebot an Shampooseifen in Naturwarenläden, in Unverpackt-Läden oder auch in gut sortierten Drogerien. Es lohnt sich hier genau auf die INCI (Zutatenliste) zu schauen, so kann man gesundheitsschädliche Stoffe vermeiden.

 

Eine Hilfe bei der Entschlüsselung der englischen bzw. lateinischen Begriffe bietet das Buch „Giftcocktail Körperpflege“ von Marion Schimmelpfennig, das ich sehr empfehlen kann, sowie verschiedene Apps (z.B: Codecheck).

 

Ob das feste Shampoo etwas für Sie ist? Probieren Sie es einfach aus! Und haben Sie Geduld, wenn Ihr Haar nach dem Waschen zunächst anders reagiert als bisher. Kopfhaut, die jahrelang mit Silikonen verstopft wurde, braucht Zeit bis sie wieder ungehindert atmen kann.

 

 

Zum Abschluss noch ein Tipp für alle, die kalkhaltiges Wasser haben:


Spülen Sie die Haare nach dem Waschen mit einer Mischung aus 2 Esslöffeln Apfelessig und 1 Liter kühlem Wasser. Die Haare werden durch die Spülung wunderbar weich und lassen sich viel leichter kämmen. Und keine Angst, der Essiggeruch verfliegt beim Trocknen der Haare ganz schnell!