Natron – Großmutters Wunderwaffe

Es ist eigentlich nur so ein kleines unscheinbar wirkendes Tütchen, das in großen Buchstaben mit „Natron“ für seinen Inhalt wirbt. Doch es ist immer wieder unglaublich, wie viel Kraft in diesem Mittel steckt und was es alles kann.

Wundermittel Natron, Natriumhydrogencarbonat, NaHCO3, Kaiser Natron

Natron (NaHCO3 oder auch Natriumhydrogencarbonat) gab es vor 100 Jahren noch in jedem Haushalt. Dann wurde es im Zuge der Einführung von industriell hergestellten Reinigungsmitteln und Pflegeprodukten immer mehr vom Markt gedrängt.

 

Inzwischen findet dieser Alleskönner wieder mehr Beachtung. Er ist vielen bekannt unter dem Markennamen Kaiser Natron oder Bullrich Salz. Natron wird für Körperpflege, beim Putzen oder in der Küche eingesetzt.

 

Es gehört zu den Zutaten, die in keinem Haushalt fehlen sollten und erweist sich auch als unschätzbarer Helfer (nicht nur) beim Herstellen von Haushaltsreinigern. Denn Natron ist ein alkalisches Salz, das in der Lage ist, Säuren zu neutralisieren, indem es diese in Salze und Kohlensäure umwandelt.

 

So können Sie beispielsweise Geschirrspülmittel, Scheuerpulver oder Scheuermilch ganz einfach mit Natron herstellen. Verstopfte Abflüsse werden wieder frei, wenn man etwas Natron und Essig eine Zeit lang einwirken lässt (Vorsicht, es könnte spritzen, da wie bereits erwähnt, Kohlensäure entsteht!) und das Ganze dann mit heißem Wasser durchspült.

 

In der Küche kann Natron, das auch Speisesoda genannt wird, vielfältig eingesetzt werden. Es macht saure Lebensmittel bekömmlicher und wirkt Sodbrennen entgegen, kann die Garzeit verkürzen und spart beim Einkochen von Obst oder beim Kochen von Marmelade sogar Zucker ein. 

 

Statt Backpulver können sie zum Auflockern des Kuchenteigs auch Natron und ein Säuerungsmittel, wie etwa Zitronensäure, Essig oder Joghurt verwenden. In den USA verwendet man nach wie vor das dort so genannte „baking soda“.

 

 

Aber was ist denn dann Soda?

 

"Natron - ist das nicht Soda?" werde ich oft gefragt. Oh nein - es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Stoffe. 

Soda (Na2CO3) heißt chemisch Natriumcarbonat, wird aber auch als Waschsoda, Reine Soda, oder washing soda gehandelt. Waschsoda reagiert im Kontakt mit Säure viel heftiger und eignet sich gut zum Herstellen von Reinigungsmitteln. Es muss als Gefahrstoff gekennzeichnet und vorsichtig gehandhabt werden. (Einatmen, Augenkontakt und häufigen Hautkontakt vermeiden!) Dieses Mittel sollte vor Feuchtigkeit geschützt gelagert werden, da es sich sonst in Kristallsoda, das gebundenes Wasser enthält, verwandelt. Wenn dieses dann mit Säuren in Verbindung kommt setzt die gewünschte Reaktion vorzeitig ein.

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